Organisationsentwicklung
Teamentwicklung
Teamarbeit – Fluch oder Segen? Einzelkämpfer oder Teamplayer? In praktisch allen Pflegesettings ist nur eines klar – ohne Team geht es nicht! Doch die Arbeit im Team ist kein Selbstläufer. Unterschiedliche Persönlichkeiten müssen auf ein Ziel hinarbeiten. Die Rahmenbedingungen in der Pflege haben sich in den letzten 20 Jahren ständig verändert und sind selten besser geworden. Eine hohe Fluktuation innerhalb der Teams sind in der Pflege an der Tagesordnung. Ständig neue Herausforderungen, nicht zuletzt die Corona-Pandemie stellen auch gut funktionierende Teams auf eine harte Probe. Doch Schwierigkeiten innerhalb eines Teams haben auch immer Auswirkungen auf die Versorgung der anvertrauten Menschen. Teamentwicklung ist auch nie abgeschlossen, sondern eine fortlaufende Aufgabe.
Eine klassische Beschreibung von Teamphasen stammt von dem amerikanischen Psychologen Bruce W. Tuckman. Er unterscheidet vier Phasen in denen sich ein Team bewegt. In der Orientierungsphase steht das Kennenlernen im Vordergrund. Die einzelnen Gruppenmitglieder tasten sich aneinander heran, lernen sich kennen und die Reaktionen der anderen einschätzen. In der Phase der Auseinandersetzung um Positionen und Rollen, versucht jedes Teammitglied seine Rolle zu finden, bzw. zu erkämpfen. Das hängt stark mit der Persönlichkeit jedes Teammitglieds zusammen, so dass der Zusammenstellung eines Teams große Wichtigkeit zukommt. Wenn alle Teammitglieder ein und dieselbe Rolle einnehmen wollen, kommt es dauerhaft zu Konflikten. Die Phase der Herausbildung von Gruppennormen dient der Findung einer tragfähigen Arbeitshaltung. Was ist erlaubt, was ist unpassend. Das kann von Team zu Team sehr unterschiedlich sein und stellt so etwas wie ein ungeschriebenes Gesetz dar. In der Phase der Arbeitsfähigkeit ist das Team nun endlich produktiv, liefert kreative Lösungsansätze und leistet sehr gute Arbeit. Der Umgang untereinander ist von Verständnis, Solidarität und mitunter Freundschaft geprägt. Diese vier Phasen darf man sich nicht als nacheinander ablaufende Schritte vorstellen. Pflegeteams befinden sich für gewöhnlich gleichzeitig in mehreren Phasen und mal überwiegt die eine, mal die andere. Insbesondere durch ständig wechselnde Rahmenbedingungen wird das Team immer wieder neu aufgestellt.
Ausgehend vom Kommunikations- und Beratungsansatz der Wittener Werkzeuge konnte ich mit einem Team von Mitarbeitenden fünf Ansätze zur Teamentwicklung erarbeiten. Im Konzept der Wittener Werkzeuge sind fünf Dimensionen der Kommunikation definiert.
„Du gehörst dazu“, das dem Schauen zugeordnete Teamwerkzeug, geht gleich in die Tiefe. Sind wirklich alle, die zusammen arbeiten auch Teammitglieder? Wie wird mit neuen Mitarbeitenden umgegangen, was sind die Bedürfnisse jedes Einzelnen? Jedes Teammitglied ist dazu aufgerufen, achtsam auf die Bedürfnisse aller anderen zu schauen. Jeder selbst ist dazu aufgerufen, mit Selbstachtung im Team zu arbeiten und die eigenen Werte und Meinungen hochzuhalten. Jedem Teammitglied das Gefühl zu vermitteln, wirklich dazu zu gehören ist nicht zuletzt auch Aufgabe der Leitung.
„Ich höre dir zu“, dass dem Hören zugeordnete Teamwerkzeug klingt so selbstverständlich. Doch wenn man seinen Arbeitstag Revue passieren lässt, gibt es sicher mehrere Situationen, in denen genau das nicht stattgefunden hat. Medikamente stellen war viel wichtiger, der Flur sah vor lauter roten Klingeln wie ein Weihnachtsbaum aus – wirklich keine Zeit, auch noch der Kollegin zuzuhören. Sich einlassen auf andere Teammitglieder erfordert mitunter Überwindung und Kraft. Jeder selbst ist aufgefordert, auf sein Bauchgefühl zu hören in Begegnungen mit Kolleginnen.
„Ich fühle mit dir“ ist dem Fühlen zugeordnet. In einem Pflegeberuf wird das ja ständig erwartet, dass ich empathisch bin, Mitgefühl habe und das jetzt nicht nur den Klienten, sondern auch noch den Kolleginnen gegenüber? Ist das nicht eine Überforderung? Vielleicht stellt es eine Art Quadratur des Kreises dar. Doch jedes Teammitglied ist zuerst eingeladen, sich selbst zu spüren, sich selbst innerlich gegebenenfalls auch abzugrenzen. Dann kann ich auch spüren, was Kollegen beschäftigt.
„Ich rede gut über dich“ ist das dem Sprechen zugeordnete Werkzeug. Die Welt wäre eine andere, wenn dies beherzigt würde. Was am Gegenüber auszusetzen ist, kann jeder sagen, sogar mehrere Dinge sind schnell aufgezählt. Doch was ist Gutes dran, an dem Teammitglied mit dem ich vielleicht schon jahrelang zusammenarbeite? Es lohnt sich, darüber nachzudenken.
„Ich gehe ein Stück mit dir“, ist dem Tun zugeordnet. Ein Stück Lebensweg gemeinsam zurücklegen. Vielleicht ein kurzes, vielleicht ein längeres. Es geht nicht darum, tiefe Freundschaften mit allen Teammitgliedern zu schließen, aber das Bewusstsein, ein Teil des Lebens zu sein kann auch bestärken.
Im Seminartag mit einem Pflegeteam wird mit oben erläutertem Ansatz gearbeitet, zur Reflektion angeregt und aus dem Team heraus Lösungsmöglichkeiten für anstehende Herausforderungen entwickelt.
Betriebliches Gesundheitsmanagement
Betriebliches Gesundheitsmanagement wird oft auf BEM und einen Obstkorb für die Mitarbeitenden reduziert.
Doch ist das wirklich alles, was betriebliches Gesundheitsmanagement in der Pflege sein kann?
Im Seminar für Leitungskräfte werden Möglichkeiten der Einführung und Implementierung eines ganzheitlichen betrieblichen Gesundheitsmanagements vorgestellt und diskutiert.
Prävention von Ausfallzeiten durch ein gutes BGM lohnt sich letztlich auch finanziell für einen Betrieb.
Nicht zuletzt trägt ein gutes BGM auch zur Mitarbeiterzufriedenheit und –bindung erheblich bei und kann so zu einer längeren Betriebszugehörigkeit führen.
Möglichkeiten der Einbindung von Mitarbeitenden in die Entwicklung des BGM werden ebenso vorgestellt, wie Unterstützungsmöglichkeiten durch Krankenkassen und den Rentenversicherungsträger.
Betriebliche Gesundheitsförderung mit ganz konkreten Angeboten für Mitarbeitende im Betrieb oder vom Arbeitgeber unterstützt kann zu gesundheitsbewusstem Verhalten führen und nachhaltig wirken.